Einen Freitag den 13. im Jahre 1975 wählte der Amerikaner Dean R. Campell aus, um an diesem Datum den ersten „Tag der Linkshänder_innen“ auszurufen. Selber Linkshänder, war er der Ansicht, dass man einen Tag benötigte, um auf die Bedürfnisse und Probleme der Menschen aufmerksam zu machen, die so sind wie er. So viele Linkshänder_innen gibt es doch gar nicht, denkst du jetzt vielleicht? Auch viele Wissenschaftler dachten das bisher. Laut neuesten Forschungsergebnissen sieht das aber ganz anders aus. Heute nimmt man an, dass ungefähr die Hälfte aller Menschen Linkshänder_innen sind. Warum bekommt man dann davon so wenig mit? Ganz einfach! Bis in die 70er Jahre des 20.Jahrhunderts war es so, dass Kinder, die anfingen alles mit der linken Hand zu machen einfach auf die rechte Hand umgeschult wurden. Wenn du als Kind eigentlich alles mit der linken Hand machen wolltest, so musstest du trotzdem unbedingt lernen mit der rechten Hand zu schreiben, dein Saftglas zu halten, mit dem Hammer auf deine Spielzeugbausteine einzuhämmern oder Kleingeld in den Kaugummiautomaten zu stecken. Warum diese Mühe des Umlernens? Linkshänder_in zu sein wurde jahrhundertelang als eine Art Krankheit angesehen, als Schwäche oder psychologisches Problem. Es war eben nicht „normal“. Noch heute sieht man das an sprichwörtlichen Floskeln, wie „linkisch sein“, „jemanden links liegen lassen“ oder „zwei linke Hände haben“. Jemandem einzureden, dass Linkshänder_in zu sein schlecht wäre, ist aber totaler Quatsch und sogar gefährlich. Bei Linkshänder_innen verlaufen nämlich die Nervenbahnen, die für die Bewegung zuständig sind im Körper genau andersherum als bei Rechtshänder_innen. Dabei musst du wissen, dass die rechte Gehirnhälfte für alle Bewegungen der linken Körperhälfte zuständig ist und die linke Gehirnhälfte für die rechte Körperhälfte. Wenn du als Linkshänder_in eigentlich alles mit der linken Hand machen möchtest, dann ist die rechte Gehirnhälfte die „stärkere“ von beiden. Zwingt man Linkshänder_innen dazu, mit rechts zu hantieren, dann bekommen sie sozusagen einen „Knoten im Gehirn“. Die schwache linke Gehirnhälfte wird einfach überfordert und die rechte hat nichts zu tun. Nur ein Glück, dass es heutzutage solche Sachen wie Scheren, Büchsenöffner und Füller genauso für Linkshänder_innen wie für Rechtshänder_innen gibt. Reicht euch einfach die Hand, ist doch nun wirklich total egal welche!

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